Tommy Moe
Das aktuelle Interview

Tommy Moe lebte bis 14 in Montana. 1984 siedelte seine Eltern – Vater Bau-Ingenieur – nach Anchorage/Alaska über. Zehn Jahre später ging TM als gewissermaßen ›erster Olympiasieger Alaskas‹ in die Sportgeschichte ein: Er gewann bei den Olympischen Spielen von 1994 in Lillehammer als 24-Jähriger die Abfahrts-Goldmedaille – mit nur 4/100 Sekunden Vorsprung vor dem norwegischen Lokalmatador Kjetil André Aamodt. Außerdem holte der US-Boy noch Silber im Super-G – hinter Markus Wasmeier. Später begründete er mit Partnern in Alaska das Heli-Ski-Unternehmen Chugach Powder Guides (CPG). Wir sprachen mit dem seit 17. Februar 39-Jährigen in München, wo er seinen Deutschland-Heli-Partner ( www.aeroski.com ) präsentierte.
Mr. Moe – sind Sie auch heute noch im Rennsport engagiert?
Natürlich bin ich in erster Linie als Repräsentant und Guide für CPG in Alaska tätig und stehe dabei rund 150 Tage jährlich im Schnee. Aber ich coache auch noch den Skiclub von Jackson Hole in Wyoming.
Jenen Ort, der in Europa durch den österreichischen 1964er-Slalom-Olympiasieger Pepi Stiegler aus Lienz und seiner im Weltcup fahrenden (aber diesen Winter wegen Verletzung pausierenden) Tochter Resi so sehr bekannt wurde. Pepi galt als Pionier in Jackson Hole. Wie geht es ihm?
Er ist jetzt mit 71 von seinem Job als Skischuldirektor zurückgetreten – aber für die Gäste steht er immer noch häufig als Gebiets-Guide zur Verfügung: ›Pepi’s Run‹ heißt das und alle lieben es.
Berühmt in Europa ist auch Bode Miller. In den USA gleichfalls? Oder kennt ihn dort lediglich die Schnee-Szene?
Nur die Schnee-Szene. Auch den Weltcup kennen ausschließlich die Ski-Freaks. Denn er wird nicht im Fernsehen übertragen. Die letzten Übertragungen fanden, glaube ich, in den 80-Jahren statt, mit Stenmark und so. Seitdem wurde es immer weniger. Ich selbst informiere mich immer über das Internet. Aber diesen Winter brachten sie zumindest Skicross im Fernsehen – vielleicht, weil der 2001-Super G-Weltmeister Daron Rahlves, ein Kalifornier, dort mitfährt und in dieser Disziplin nächstes Jahr bei den Vancouver-Spielen 2010 noch einmal ganz oben stehen will.
Wann hatten Sie letztmals Kontakt zu deutschen Rennläufern?
Das ist noch gar nicht so lange her – denn ich habe sechs Jahre lang mit Max Rauffer und Peter Fiala die ›King of the Mountain‹-Abfahrts-Serie in Amerika bestritten.
Was hat sich denn am stärksten verändert im Downhill-Metier seit Ihrem Rücktritt?
Die Kurse sind viel kurviger geworden – und die Sprünge weiter! Zugleich ist aber auch die Sicherheit stark verbessert worden. Prima ist die Einführung der blauen Linie – eine große Hilfe! Aber mir persönlich ist jetzt alles etwas zu kontrolliert ...
Das findet auch Bode Miller. Er möchte acht Tore bei einem Abfahrts-Rennen, sagt er, und kein einziges mehr. Er hat ja eine schreckliche WM hinter sich. Was jedoch ist seine Stärke, wenn er wirklich stark fährt?
Sein unerschütterliches Selbstvertrauen. Er glaubt nicht, dass er der Beste ist. Sondern er weiß es.
Auch wenn die Resultate dieses Winters etwas anderes bezeugen ... Und was ist Lindsay Vonns Stärke?
Ihre natürliche Gleitfähigkeit – die kann man nicht lernen, sondern man hat sie ...



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